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Die Mental Load Falle und konkrete Tipps für den Haushalt

Inhalt:

  • Was ist eigentlich Mental Load?

  • Wie vermittle ich meinem Partner dass ich (mehr) Unterstützung brauche im Haushalt?

  • Konkrete Tipps zur Umsetzung mithilfe einer Mindmap (siehe Foto)


Was ist eigentlich … Mental Load?

Der Begriff Mental Load tauchte erstmals in den 70er Jahren auf.

„Mental Load bezeichnet die Last der alltäglichen, unsichtbaren Verantwortung für das Organisieren von Haushalt und Familie im Privaten, das Koordinieren und Vermitteln in Teams im beruflichen Kontext sowie die Beziehungspflege und das Auffangen der Bedürfnisse und Befindlichkeiten aller Beteiligten in beiden Bereichen.“

Zusammenfassend handelt es sich um Aufgaben, die dem Projektmanagement gleichen: planen, koordinieren, Arbeitsstand kontrollieren, Entscheidungen treffen, Optionen abwägen, dokumentieren, Bedürfnisse mitdenken.

Mentale Arbeit fällt in allen Haushalten, aber in der Arbeit oder im Freundeskreis an.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • daran denken, die Wäsche aufzuhängen, wenn die Waschmaschine fertig ist

  • Einkaufszettel schreiben, dabei schon die nächsten Mahlzeiten planen

  • wissen, welche Lebensmittel noch im Haus sind

  • überlegen, welcher Kuchen für den letzten Arbeitstag oder Geburtstag gebacken werden soll

  • Termine koordinieren

In einem Haushalt mit Kindern kommt noch einiges an Planungsaufgaben dazu:

  • Termine der Kinder im Kopf haben und/oder in einen Kalender eintragen

  • Termine koordinieren

  • das Abendessen planen und dabei berücksichtigen, welches Kind, welche Lebensmittel nicht mag

  • tägliche Wege aufeinander abstimmen

  • an den Einkaufszettel denken, wenn Mensch das Kind zum Sport fährt, um danach noch einkaufen zu gehen

Und so weiter… die Liste könnte wohl endlos ergänzt werden…

Die mentale Last gehört genauso wie das Ausführen der Tätigkeiten zu einem großen Paket an täglichen „Energiefressern“.


Wie ist es möglich, diese „Energiefresser“ so aufzuteilen, dass jeder in der Familie Entlastung spürt? Gerade als Mutter in Karenz ein großes Thema. Weil ja eh der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau „den ganzen Tag zuhause“ ist. Das aber Haushalt an sich schon ein Fulltimejob ist und Kindererziehung sowieso, gerät leider immer wieder in Vergessenheit.


Wie vermittle ich es meinem Partner? Was wenn der Partner nicht bereit ist zu kooperieren?

Als ich dieses Thema erstmals in meiner Karenzzeit angesprochen habe, las ich ihm als Einstieg die Geschichte meines vorherigen Blogartikels vor. Es war auch erstmals eine Kränkung spürbar bei meinem Partner. Er mache ja eh viel war sein Argument. Nach ein paar Minuten reger Diskussion entschied ich, es zu vertagen, die Gefühle brodelten. Da macht Diskussion keinen Sinn. Ich entschied ein anderes Mal darüber zu sprechen, wenn wir beide wieder in einer neutralen Grundstimmung sind.

Zwei, drei Tage später griff ich eine günstige Gelegenheit und sprach das nochmal an. Diesmal war mein Partner ruhig, hatte es mal sacken lassen, und gab zu in der vergangenen Zeit nur mehr wenig zum Haushalt beigetragen zu haben. Es hatte sich einfach eingeschlichen. Die Arbeit wurde ja von mir erledigt und somit wars kein Thema mehr. Das ist okay. Das ist menschlich.

Wichtig ist hierbei immer wieder mal zu reflektieren:

Wie geht es UNS mit der momentanen Situation an Aufgaben?

Wir beschlossen uns gemeinsam anhand einer Mindmap die ich erstellt hatte, zu schauen, wo liegen derzeit mein Aufgaben, welche Aufgaben erledigt mein Partner?

Und gemeinsam zu versuchen Lösungen zu finden, die für uns beide in Ordnung sind.


Windel wechseln erledige ich Großteils, darum bat ich ihn, sich bitte verlässlich (ohne dass ich ihn regelmäßig dran erinnern muss- denn das ist auch Mentalload!) um das Katzenklo zu kümmern. Schau was gibt es für dich Dinge, die du grundsätzlich eh lieber machst, oder die dir dein Partner nicht recht machen kann, weil du da genaue Vorstellungen hast. Dann ist es ratsam, dir diese Aufgaben zu behalten.

Was wir beide konkret verändert haben: (eure Veränderungen können natürlich ganz anders aussehen): Bei uns war eines der Größten Stressoren für mich alles rund ums Kochen.


  • Einkaufen übernimmt Großteiles mein Partner nach der Arbeit dass es für ihn auf dem Heimweg liegt und er es mittlerweile sogar gerne macht, um etwas abzuschalten bevor er nach Hause kommt.

  • Er wäscht seither regelmäßig abends ab und macht die Küche sauber

  • Wir erstellten eine Liste mit all unseren Lieblingsgerichten der letzten Jahre und schreiben so gemeinsam immer sonntagabends einen Essensplan für die kommende Woche. So kann jeder seine Ideen und Wünsche einbringen.

  • Auf denselben Zettel schreiben wir daneben gleich, was alles dafür eingekauft werden muss. Diesen fotografiere ich nur noch ab und mein Partner weiß, was am nächsten Tag einzukaufen ist. Nebenbei leisten wir noch einen wertvollen Beitrag zur Lebensmittelverschwendung. Da nur eingekauft wird, was auch für die kommende Woche benötigt wird.

So können alle wichtigen Bereiche abgedeckt werden:

Wäsche, Putzen, Müll, Pflanzen,…


Konkrete Tipps zur Arbeit mit einer Mindmap:

  • Schreib wirklich jeden „Arbeitsgang“ auf der dir zu den einzelnen Bereichen einfällt. Auch die, an die „nur“ gedacht werden müssen!

  • Es geht hier auch um Bewusstwerdung!

  • Selbst wenn du glaubst, bei uns ist das eh fair aufgeteilt, mach es trotzdem und markier war konkret deine Aufgaben sind und was die deines Partners.

  • Ich war echt von den Socken, was ich alles so nebenbei (Neben Kindererziehung) alles bewältigt hab in der letzten Zeit.

  • Teilt euch die Aufgaben so auf, dass es für euch beide passt:

  • Was ist etwas, was der andere absolut nicht ausstehen kann? Dann bitte revangiert euch. Im Gegenzug dazu wird vielleicht auch dein Partner eine unliebsame Aufgabe für dich übernehmen J

  • Konkret: Vereinbart, wie oft/wann gewisse Tätigkeiten erledigt werden sollen, notiert dies ebenfalls auf Mindmap

  • Manche Dinge sind vielleicht gemeinsam lustiger. Wie zb. das gründliche Reinigen der Küchenfronten (machen wir abends wenn der Kleine schläft)

  • Bei manchem wechselt ihr euch vielleicht ab, dann ist für jeden leichter J

  • Hängt die Mindmap GUT SICHTBAR für euch beide auf, sodass die Konkretisierungen nicht in Vergessenheit gerät, erinnert euch liebevoll gegenseitig an eure Vereinbarungen.

  • Wenn bereits ältere Kinder im Haus sind, ist es natürlich auch eine Bereicherung, diese miteinzubeziehen, welche Aufgaben sie gerne übernehmen möchten.



Es ist ein Geben und Nehmen. Es hat uns näher zusammengeschweißt. Unser Alltag ist seitdem wieder um vieles leichter und harmonischer, auch wenn abends jeder müde ist.

Ich habe wieder mehr Freude an „meinen“ Tätigkeiten, weil mich meine Aufgabenflut nicht mehr überrollt. Manchmal wenn ich voller Tatendrang bin, übernehme ich eine Aufgabe meines Partners, um ihn zu entlasten und ihm eine Freude zu machen. Er erwartet auch kein Lob mehr von mir, denn wir alle leisten unseren Beitrag für unser Zusammenleben. Es ist seither viel mehr ein Miteinander geworden und hat so viel bewirkt.


Ich wünsch euch Mut es anzusprechen und viel Erfolg und Freude beim Ausprobieren! :)


Alles Liebe,

Christine



ree




 
 
 

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